Für die Einlagerung (Sequestrierung) von Kohlenstoff im Boden können CO2-Zertifikate vergeben werden, die eine zentrale Rolle in der Klimapolitik spielen könnten. CO2-Zertifikate wurden für den Industrie- und Energiesektor entwickelt, um die Emissionen eines Landes zwischen den einzelnen Sektoren kompensieren bzw. Emissionsrechte zwischen Ländern handeln zu können. Im Kontext der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UN 1992) wurde dies auch für den Forstsektor ermöglicht. Auf dem freiwilligen CO2-Markt, der private Minderungsanstrengungen unterstützt, gibt es schon Zertifikate für Bodenkohlenstoff. Welche Besonderheiten sollten Kompensationsprojekte erfüllen, die auf dem Aufbau von Bodenkohlenstoff basieren?

Verifizierbarkeit: Die Einlagerung des zusätzlichen Kohlenstoffs muss quantifizierbar und damit verifizierbar sein, weil damit reale andere Emissionen kompensiert werden sollen.

Permanenz: Der eingelagerte Kohlenstoff muss dauerhaft gespeichert werden. Vorübergehende Erhöhungen des Kohlenstoffvorrats in Böden tragen nicht zur Zielerreichung bei, sondern ein neu aufgebauter Vorrat muss dauerhaft erhalten bleiben.

Zusätzlichkeit: Ein Senkenprojekt sollte die Bedingung der Zusätzlichkeit (Additionalität) erfüllen. Dies bedeutet, dass eine Senke nur durch den Anreiz des CO2-Zertifikates geschaffen wird, dass also zum Beispiel eine teure Massnahme erst durch das Zusatzeinkommen aus dem Verkauf der Zertifikate wirtschaftlich wird.

Auslagerung: Eine Massnahme sollte die Gefahr der Auslagerung (Leakage) vermeiden. Damit werden die Auslagerung der in einem Projekt vermiedenen Emissionen in andere Länder oder das Auftreten von zusätzlichen Emissionen ausserhalb der Systemgrenzen des Projektes bezeichnet. Für das System Boden tritt eine solche Verlagerung dann auf, wenn eine Senke auf Kosten einer anderen Senke oder sogar durch das Hervorrufen einer Quelle andernorts realisiert wird

 

Eine Besonderheit stellt die Wiedervernässung entwässerter organischer Böden dar. Hier geht es weniger um das Schaffen einer Senke, sondern um das Unterbinden einer starken und stetigen CO2-Quelle. Die Wiedervernässung von Mooren gilt als eine der effektivsten Klimaschutzmassnahmen im Landnutzungssektor (vgl. hier)

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